Eine surreale Komödie für Film und Theater Personen: Christine - zwischen 18 und 21 Jahren, (“Prinzessin”) Holzfäller - (Prinz - clownesk) Anne, Lisa - auf die 30 zugehend (Freundinnen und Dienerinnen) Marcel (intelligenter Brighella) - Anfang 30 Robert (bäuerlicher Arlecchino) - Mitte, Anfang 30 Irrer am Fluß - verlorener Hofnarr im Schloßgarten 1. AUF DEM BOOT A/T Spätsommer, das Laub beginnt, sich rot zu färben. Ein Wind streicht leicht durch die Bäume. Wir befinden uns in einem barocken Schloßgarten, der Ort ist uns unbekannt. Ein Boot fährt langsam einen Kanal entlang. In der Mitte des Bootes steht ein alter, prachtvoller Kerzenleuchter, Körbe mit Obst, Baguettes .., ein Bandoneon. Gegen die Fahrtrichtung blickend sitzt CHRISTINE zwischen ROBERT und MARCEL, die Arme auf die Schultern beider Männer gelegt, ihnen gegenüber sitzen LISA und ANNE. Licht und Schatten wechselt auf ihren Gesichtern. Christine hält einen Sonnenschirm, um ihrem Gesicht etwas Schatten zu spenden. Lisa schaut die meiste Zeit verträumt ins Wasser, in dem sich Trauerweiden spiegeln. Anne steuert das Boot und beobachtet, wie ein VERRÜCKTER (um die 50 Jahre) im gleichen Tempo am Ufer entlang läuft. Er murmelt unverständliche Dinge vor sich hin. Anne: Illusionen zu verlieren, ist eine Kleinigkeit... zu verdauen eine Kunst, ...zu kotzen Normalität. Robert beobachtet Anne melancholisch, wie sie die Wörter dem Verrückten am Ufer zuwirft. Christine: (zu Marcel + Robert) Ich bin der Stern Alpha, ihr seid die Sterne Omega und Delta. Marcel: Omega ist von Korrosion betroffen. .. Marcel blickt kurz zu Anne. Christine: Alpha hat Herzklopfen, ist unbeherrscht, sendet wild gewordene Kometen aus. (pov Anne) Robert küßt Christine liebevoll auf die Wange, umfaßt zärtlich ihre Hüften. Robert: Dürrekatastrophen werden von Delta gemeldet, bittet um Zufuhr von Wasserstoffdioxid. Anne: (mit eifersüchtigem Blick auf das Turteln von Christine und Robert) Eröffnen wir den Reigen zum Fest der Sterne! ...Anne zerschlägt eine Flasche an der Bordkante. Lisa schaut vom Wasser hoch und bemerkt, wie Marcel Christines Hand ergreift und küßt. Der Sonnenschirm läßt etwas Licht auf Christines Gesicht fallen. Mit beiden Händen klammert sich Lisa krampfhaft am Bootsrand fest, blickt freundlich lächelnd zu den beiden. Lisa: Wir haßen die Wirtschaft, verachten die Politik und multiplizieren Leidenschaft mal Müll, geteilt durch die uns zustehenden Quadratmeter Leben... (pov Robert) Marcel mustert Lisa mit einem kritischen Blick. Sie lächelt unverbindlich. Der Verrückte bleibt abrupt stehen und starrt über die Wasserfläche. Anne: Ich möchte an Land gehen! Ein herrischer Ton klingt mit, aber sie lächelt Robert zu. Auf einmal reißt sie das Steuer herum. 2. PICKNICK AUF DER WIESE A/T Sie sitzen alle auf einem weißen Leinentuch, bedeckt mit Blättern, Obst, Gemüse, Käse, Baguette ... Der Kerzenleuchter steht in der Mitte, das Bandoneon liegt abseits. Sie erheben die Weingläser zur Pracht dieses Mahles. Wieder sitzt Christine zwischen Robert und Marcel. Sie hält ihren Sonnenschirm. Robert legt seinen Kopf auf Christines Schoß und schaut in den Himmel. Sonne fällt auf den Kopf von Marcel, während er die Trauben genießt. (pov Lisa) Verspielt dreht Christine ihren Sonnenschirm. Robert und Christine verlieren sich in der Tiefe ihrer Augen und träumen vor sich hin. Christine: (voice-over auch für Traum Robert) Hast du vergessen, wie lang ich dein Herz besessen, so klar und rein wie mein Herz sei dein, verloren im Raum, vergehend im Rausche unserer Körper. Hast du vergessen das Licht der Sterne, uns umfangend in der Tiefe der Nacht. *Unterschnitten mit Traum Robert*: Robert ergreift Christines Hand und entführt sie in den Wald, in das tiefste Innere eines Labyrinths, verwirrend ohne Ausgänge, Abstieg in die Unterwelt. Wild verlieren sie sich in einem Haufen Blätter. Der Duft steigt in ihre Sinne, treibt sie in den Wahnsinn... sie verbinden sich mit Schlangen... Der Klang einer Kreissäge zerreißt die Wahnvorstellungen von Robert und Christine. Der Sonnenschirm liegt weiter entfernt auf der Wiese. (pov Anne + Lisa) Robert sitzt gelangweilt herum und beginnt, an einem Ast zu schnitzen (oder sonstige belanglose Tätigkeit). Er wird dabei immer wutentbrannter. Marcel genießt sein Brot mit Käse, macht Konversation mit Anne und Lisa. Lisa: Ich bin ein Supermarkt der Emotionen. Christine ist abwesend. 3. PICKNICK AUF DER WIESE A/T Die Sonne hat den höchsten Zenith übersprungen. Anne und Lisa sitzen alleine beim Pick-nick. Sie unterhalten sich, essen und beobachten vorbeilaufende Leute. Sie machen Photos voneinander, von den erotischen sich selbst beherrschenden Damen. Lisa beobachtet lächelnd das Verhalten von Marcel. Robert, Marcel und Christine sitzen inzwischen weiter ab am Fluß und turteln herum. Christine spielt Bandoneon, singt und beginnt das Schäferspiel einzuleiten. Lisa: Ich kann diese Gefühlsduselei der Christine nicht mehr hören ... - “Hast du vergessssen, wie lang ich dein Herz besessssen..” - Anne beobachtet gelangweilt Robert, wie er mit Marcel neben Christine sitzt und sein Dasein in der Frische des ausklingenden Sommers genießt. Anne: Jetzt wollen Sie sich in Schäferspielen üben, Rokoko, 18. Jahrhundert! So was hat´s nie in Sanssouci gegeben. In Versailles, ja, in der Eremitage, ja, aber nicht hier. Lisa schaut in die Bäume. Anne gähnt, legt ihren Kopf an die Schulter Lisas. Lisa: Ich bekomm´ Kotzkrämpfe, erzähl´ auch bald von meinen Gefühlen der letzten Nacht..., frei Hand zum Sonderangebot. Kommt, bedient euch! Anne: Keine Ahnung hat diese Christine, Philosophin will sie sein! Lisa: Los kommt ihr Schäfer und Schäferinnen ... Holt euch n´ Orgasmus von meiner Gefühlssülze. Lisa schaut sehnsüchtig zu Marcel, sitzt zusammengekauert da, fast frierend. Sie setzt sich gerade hin und starrt in die Leere. 4. AN DER STATUE A/T Im Gegenlicht der Mittagssonne erkennen wir die Statue eines jungen Mannes. Mit dem Rücken an ihn gelehnt steht Lisa, schaut voller Sehnsucht in die Bäume. Fortsetzung folgt....