“Bautzen ade - Herzen tun weh…” Ein kleiner Dicker, oben ohne aber mit Lederjacke, sitzt seinem Saufkumpanen gegenüber. Eine Landschaft der Malerei ist über ihn gelegt. Arme, Brust, Hände … sind tätowiert in den Leiden seines Angesichts. Der große Dünne bestätigt ihn - in und aus und überhaupt - “Bautzen ade - Herzen tun weh …” Ach waren das noch Zeiten! - Wir erkennen uns doch alle wieder - Wir erkennen uns an unseren Gesichtszügen, sind alle tätowiert und gebrandmarkt aus dieser Zeit auf alle Zeiten. Worte brennen in unseren Hirnen, Eisen brennt unter unseren Füßen, kein kalter Wind kann unsere Gedanken durchfurchen, kein Alkohol kann unsere Erinnerungen ersaufen - und doch und immer wieder wiederholt der Dünne “Ja, aber man hat sich so gelangweilt.” - Der Dicke fragt den Dünnen immer wieder, ob er denn ein blaues Auge hätte, oder ob den seine Nase vollkommen blutig sei, ob er den wirklich so häßlich sei! Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Häßlichste im ganzen Land. Alles kreist um die blutige Schlacht, die Schlacht um Bautzen, die Schlacht beim Stasi oder die Schlacht um die Schönheit - trälälä - “und ich hab´ Dir nen´ Bier verschenkt, oh là, là, denn ich verdien´ jetzt gutes Geld, gutes Geld, denn ich verdien´ jetzt gutes Geld und och meene Frau, trälälä” - “Ja, wir aus Bautzen, aus Bautzen, aus Bautzen erkennen uns sofort - wir verschütten Bier und saufen und saufen und raunzen alle übern´ Haufen.” Der Dicke war recht fröhlich “Hier war ich noch nicht im Gefängnis, nur drüben …” - “Eh, die is´ aber locker drauf” - “Nee, ich bin nicht tätowiert” - “Nee, für so ´ne nette Frau muß ich doch schön sein.” Der Dünne klappert mit seinen Gerätschaften. “Aber also, alle waren ´se tätowiert, das waren noch Zeiten. Ich kenn ´se sofort wieder, wir die aus Bautzen.” - “Eh, Buckow, das is ´ne verrufne Gegend, mußte aufpassen!“ Sein Gesicht ist rot und aufgedunsen. Seine Haare kleben vor Fett. ”Wenn du dahin kommst - Plastiklederjacke - mußte dich nicht in neue Probleme jagen lassen!” - “Ja, weiß geschecktes Langkaro, werde hööllisch aufpassen.”